Alte Katze – So ändert sich ihr Verhalten

Wenn eine Katze alt wird, gehen damit einige körperliche Veränderungen einher. Auch das Verhalten deiner Mieze ändert sich. Was du in dieser Situation beachten musst, erfährst du hier.

Alte Katze grau

Alte Katze: Allgemeines

Bereits ab 9 Jahren kann man schon von einer alten Katze reden. Eine neunjährige Katze entspricht ungefähr einem Menschen mit Anfang 50. Eine Katze über 15 Jahre, in Menschenjahre umgerechnet, liegt schon bei Anfang 80. Die Entwicklung kann bei alten Katzen ganz plötzlich oder auch schleichend vorangehen. Generell ist das Altern bei Katzen etwas sehr Individuelles. Insgesamt kann eine Hauskatze ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen. Dabei bleiben viele Stubentiger, abgesehen von kleineren Erkrankungen, bis ins hohe Alter hinein agil.

Es wird jedoch unterschieden, ob die Katze nur in der Wohnung gehalten wird oder als Freigänger die Welt erkunden darf. Letztere haben statistisch gesehen eine geringere Lebenserwartung, weil sie größeren Gefahren ausgesetzt sind. Insgesamt siehst du an folgenden Faktoren, dass deine Katze alt wird:

Alte Katze: Körperliche Veränderungen

Wie beim Menschen lassen die körperlichen Fähigkeiten einer alten Katze mit der Zeit nach. Dabei handelt es sich um normale Alterserscheinungen, nicht um Krankheiten im eigentlichen Sinne. Es sind primär die Sinnesleistungen, die bei betagten Katzen betroffen sind:

  • Geruchssinn: Bei einer Katze, die Gerüche schwächer wahrnimmt, kann das Geschmacksempfinden leiden, was zu mäkeligem Fressverhalten führt. Kein Wunder, geschmackloses Essen würde uns auch nicht schmecken. Zutaten mit starkem Eigenaroma als „Geschmacksverstärker“ können den Appetit der Katze anregen, beispielsweise Rindfettpulver oder Hefeflocken.
  • Sehsinn: Alte Katzen sehen schlechter und können sogar ganz erblinden. Nimm Rücksicht auf dein Tier: Blinde Katzen kommen meist zwar verblüffend gut zurecht, weil sie gewisse Einschränkungen durch den Geruchs- und Tastsinn ausgleichen können. Verzichte aber nach Möglichkeit auf das Umstellen von Möbeln und sonstige Änderungen im Haushalt.
  • Alterstaubheit: Mancher Katzensenior wird schwerhörig und reagiert nicht oder verzögert auf Geräusche und Ansprache.

Alte Katze: Verhaltensänderungen

Wenn die Samtpfote ein paar Jahre mehr auf dem Katzenbuckel hat, verändern sich ihre Aktivitäten und Bedürfnisse. Ab wann genau der Alterungsprozess einsetzt und wie er sich äußert, ist von Katze zu Katze unterschiedlich: Manch hochbetagter Freigänger erbeutet täglich seine Mäuse, während ein jüngerer Artgenosse es vorzieht, das Rentnerdasein zu genießen. Auch bei Katzen gilt: Man ist so alt, wie man sich fühlt. Einige Verhaltensänderungen sind bei älteren Katzen jedoch recht zuverlässig zu beobachten:

  • Nickerchen: Alte Katzen haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis und wissen einen ungestörten Ruheplatz zu schätzen. Ein besonders warmer und weicher Platz, zum Beispiel ein Kuschelkissen auf dem Fensterbrett über der Heizung, ist ein beliebter Aufenthaltsort für schläfrige Senioren.
  • Spieltrieb: Für ein Spiel ist eine Katze nie zu alt. Allerdings ändern sich die Vorlieben des älteren Stubentigers: Wenn das Tier einfach nicht mehr beweglich genug für wilde Jagd- und Tobspiele ist, kannst du die Intelligenz und den Erkundungstrieb des Seniors fördern. Suchspiele oder spannende Objekte wie neue Kartons mögen auch Seniorkatzen. Deine Katze freut sich zudem über neue Düfte. Bringe ihr etwas vom Spaziergang mit: Tannenzapfen, trockenes Laub, Moos oder Kastanien.
  • Körperkontakt: Viele Katzenhalter beobachten, dass ihre Samtpfote mit dem Alter besonders anhänglich und schmusig wird. Die Tiere fordern vermehrt Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit ein und genießen den innigen Kontakt mit ihrem Menschen.
  • Starrsinn: Deine alte Katze entwickelt Marotten und kann erstaunlich stur auf ihrem Willen beharren? Lasse dem Senior seine Launen und bedenke: Manche Menschen werden im Alter ebenfalls „kauzig“.
  • Lautstärke: Wenn alte Katzen schreien, hat das oft den gleichen Hintergrund wie bei alten Menschen. Hier setzt die Alterstaubheit ein. Wenn die Katze sich selbst nicht mehr richtig hört, steigert sie automatisch ihre Lautstärke. Anders sieht es bei nächtlichen Schreiattacken aus: Solche können auf eine Altersdemenz der Katze hindeuten.

Alte Katze: Krankheiten

Neben den Veränderungen der Sinnesleistungen und des Verhaltes sind Katzensenioren anfällig für verschiedene Krankheitsbilder. Es ist unbedingt empfehlenswert, vom Tierarzt ein geriatrisches Krankheitsprofil erstellen zu lassen, um sich anbahnende Erkrankungen schneller zu erkennen.

  • Arthrose: Alte Katzen sind vor Gelenkabnutzung nicht gefeit. Wenn du bemerkst, dass dein Stubentiger zunehmend Schwierigkeiten hat, zu klettern und zu springen, biete dem Tier Hilfsmittel an: Katzentreppchen oder ein niedriger Kratzbaum helfen der Katze, Lieblingsplätze wie die Fensterbank oder das Sofa leichter zu erreichen.
  • Inkontinenz: Der Stubentiger kann sein Leben lang ein Sauberkeitsfanatiker und sehr pingelig mit seinem Katzenklo gewesen sein. Beim Senior können die Schließmuskeln nachlassen, sodass er es einfach nicht mehr schnell genug schafft. Tadel die Katze niemals, wenn ein Malheur passiert – sie kann schließlich nichts dafür.
  • Organische Krankheiten: Schwierigkeiten mit der Nierenfunktion gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei alten Katzen. Auch für Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion sowie Herz- oder Krebserkrankungen wächst die Anfälligkeit im Seniorenalter.
  • Zahnausfall: Im Alter verlieren Katzen Zähne oder neigen vermehrt zu Zahnsteinbildung.
  • Demenz: Hochbetagte Katzen können Symptome einer Demenz entwickeln: Orientierungslosigkeit, Vergesslichkeit oder scheinbar unmotiviertes Schreien, auch nachts, können Anzeichen dafür sein.
  • VerdauungsschwierigkeitenAuch der Stoffwechsel wird bei älteren Katzen zunehmend träger, der Bedarf an bestimmten Nahrungskomponenten verschiebt sich. Entsprechende Anpassungen solltest du bei der Fütterung beachten. Informiere dich am besten beim Tierarzt oder im Fachhandel.
Alte Perserkatze
Alte Katze

Alte Katze: Fressverhalten

Ähnlich wie bei uns Menschen verändert sich auch der Körper von alternden Katzen. Dieser Prozess kann sich je nach Individuum unterschiedlich lange hinziehen und auswirken. Während einige Katzen im Alter nicht mehr so bewegungsfreudig sind und dadurch schnell an Gewicht zunehmen, kann auch das Gegenteil der Fall sein, wenn eine Katze beispielsweise durch eine Vorerkrankung stark abbaut.

In der Regel kannst du davon ausgehen, dass vermehrtes Ruhen, weniger Bewegung und eine verminderte Stoffwechseltätigkeit dazu führen kann, dass die Katze im Alter weniger Futter benötigt. Fütterst du deinen Vierbeiner in gewohnter Manier weiter, kann das zu einer starken Gewichtszunahme führen, wodurch die Bewegungsunlust nur noch gesteigert und Gelenk- und Herzerkrankungen begünstigt werden. Es empfiehlt sich daher, die Futtermenge sinnvoll zu reduzieren.

Achte auf gut verdauliche fettarme Proteine, weniger Kalorien und einen niedrigen Phosphorgehalt im Futter. Spezielles Seniorenfutter kann hier hilfreich sein. Außerdem kann es passieren, dass deine Katze nur sehr schlecht frisst oder ihren Napf regelrecht ignoriert. Bleibe hier hartnäckig und biete ihn ihr immer wieder an. Du kannst die Ration auch auf mehrere Mahlzeiten verteilen. Meist eignet sich Nassfutter für ältere Katzen besser, denn so wird der Flüssigkeitshaushalt ebenfalls angekurbelt.

Tipps für Senior Katzen, die nicht fressen wollen:

  • Futter für ältere Katzen leicht anwärmen, dann riecht es intensiver.
  • Der Katze das Futter schmackhaft machen. Das Nassfutter nicht sofort hinstellen, sondern den Futternapf eine Weile halten und der Katze freundlich zureden. Es mag erstaunlich klingen, aber bei machen Katzen wirkt etwas „Show“ wahre Wunder.
  • Es kann auch helfen, wenn du erst ein paar Bissen aus der Hand fütterst. Alte Katzen können manchmal nicht mehr so gut riechen, vertrauen aber ihrem Menschen. Durch das Probieren aus der Hand kommt die Katze dann auf den Geschmack.
  • Ein leckeres Topping auf das Katzenfutter geben. Je nach Vorlieben der Katze kannst du verschiedene Dinge versuchen. Bewährt haben sich unter anderem Bierhefeflocken, geriebener Parmesan, zerbröselte Leckerlis oder Liquid Snacks.

Bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr kann dein Vierbeiner schnell dehydrieren, sodass das Verteilen von mehreren Wasserschalen im Haus eine Lösung bietet. Einige Katzen freuen sich auch über einen erhöhten Futternapf, aus dem das Fressen nicht so anstrengend ist. Mit der Zeit wächst du auch in diesen Lebensabschnitt deiner Katze hinein und wirst deine Bedürfnisse immer besser deuten können.

Alte Katze aufpäppeln:

Manche Senioren unter den Katzen haben, wie oft auch ältere Menschen, einfach weniger Appetit. Eine alte Katze ohne Appetit frisst weniger und magert mit der Zeit ab. Seinen Senior Tiger ein wenig aufzupäppeln, kann in solchen Fällen durchaus nicht schaden. Zu dünn ist oft ebenso bedenklich wie zu dick. Übergewicht bedeutet ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Diabetes, aber ein Untergewicht ist auch nicht gesund. Im Falle einer Krankheit hat eine abgemagerte Katze im schlimmsten Fall nicht genug Reserven und kann einer kräftezehrenden Krankheit nichts entgegensetzen.

Alte Katze: So kannst du unterstützen

Schon Kleinigkeiten helfen dabei, deiner Katze das Altwerden zu erleichtern.

Rückzugsmöglichkeit: Gehe auf die Bedürfnisse deiner alten Katze ein und erleichtere ihr die Rückzugsmöglichkeit. Ein ruhiger, weicher Schlafplatz, der von der Katze gut erreicht werden kann, ist hierbei ein Muss. Ist deine Katze körperlich nicht mehr so fit, sollte sie nicht mehr springen müssen, um ihren Schlafplatz zu erreichen. Manchmal hilft auch schon ein einfacher Hocker, damit sie auch bis ins hohe Alter ihren Lieblingsplatz erreicht. Auch Rampen oder Leitern werden hier sehr gerne angenommen und schaffen neue Bewegungsanreize. Ähnlich wie bei älteren Menschen, solltest du es auch den Umgang mit alten Katzen immer ruhig angehen lassen. Umzüge, Feste und viel Trubel sollten vermieden werden, um Platz für ausgiebige Ruhephasen und Streicheleinheiten zu machen. So fühlt sich deine Katze bis ins hohe Alter wohl, und Mensch und Tier werden die gemeinsame Zeit umso mehr genießen.

Körperpflege: Weit verbreitet ist, dass Katzen im Alter anhänglicher und schmusebedürftiger werden. Beschäftige dich sich mit deinem Vierbeiner und gehe auf dieses Bedürfnis ein. Möglicherweise kann sich deine Katze nicht mehr komplett selbstständig putzen und würde es genießen, von dir gebürstet zu werden. Tägliches Bürsten ist nicht nur eine Erleichterung um abgestorbene Haare, sondern auch ein wenig Wellness und gut für die Katze-Mensch-Beziehung. Es kann sogar notwendig werden, damit das Fell nicht verfilzt.

Im Sommer kannst du an warmen Tagen übrigens auch gerne einen feuchten Waschlappen nehmen und die Katze damit abreiben. Die Katzen haben in der Regel nichts gegen den Nassen Lappen und genießen die zusätzliche Abkühlung durch das verdunstende Wasser im Fell. Bei dieser Gelegenheit kannst du auch tumorartige Veränderungen unter der Haut aufspüren und gegebenenfalls sofort einen Tierarzt konsultieren. Überprüfe auch die Krallen deiner Katze, denn diese nutzen sich im Alter nicht mehr so gut ab, und es besteht die Gefahr des Einwachsens.

Katzentoilette: Deiner Seniorenkatze sind auch kurze Wege zur Katzentoilette sehr willkommen. Je älter die Katze, desto schlechter kann der Harndrang kontrolliert werden. Je nach Größe der Wohnung können auch 2 Katzenklos mit niedriger Einstiegshöhe sinnvoll sein. Erledigt die Katze das Geschäft meist draußen, biete ihr trotzdem eine Katzentoilette im Haus an. So kannst du nicht nur überprüfen, ob die Verdauung intakt ist, sondern auch verhindern, dass deine Katze den Toilettengang vermeidet, weil ihr das Wetter zu schlecht ist.

Beschäftigung: Auch alte Katzen benötigen noch Beschäftigung. Natürlich nicht mehr so viel wie in jungen Jahren, aber Spiel und Anregung sind auch für Seniorenkatzen wichtig. Gut geeignet für alte Katzen sind Denkspiele durch Beschäftigungsspielzeug. Fummelbretter, egal ob selbstgemacht oder gekauft, bieten eine sinnvolle und nicht besonders anstrengende Art der Beschäftigung. Wer mag, der kann auch mit einer alten Katze auch noch mit dem Clickertraining beginnen. Um Neues zu lernen ist man schließlich nie zu alt. Übrigens ist der Jagdinstinkt auch bei alten Katzen noch aktiv. Katzenspielzeug, welches raschelt oder geräuschvoll unter Zeitungspapier verschwindet, lässt auch die Sinne von Senioren noch aufhorchen. Sobald deine Katze keine Lust mehr hat, solltest du die Spieleinheit aber auch beenden. Ältere Semester sind naturgemäß nicht mehr so ausdauernd wie das junge Volk.

Hast du eine alte Katze? Erzähle uns gerne von ihr hier in einem Kommentar.

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