10 Mythen der Hunde- und Katzenernährung


Getreide im Futter ist ungesund, Schlachtabfälle sind minderwertig, selbstgemachtes Futter ist am besten: Als Hunde- oder Katzenbesitzer hörst du immer wieder verschiedene Gerüchte rund um das Thema Tiernahrung. Das kann ganz schön verwirren. Hier erfährst du, was an den Mythen dran ist. 

Mythen der Hunde- und Katzenernährung

Mythos 1: Getreide im Futter ist ungesund

Getreide wird immer wieder als wertloser Füllstoff bezeichnet, obwohl es viele wertvolle Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthält, die der Körper deines Vierbeiners braucht. Dank den Kohlenhydraten in Form von Stärke ist Getreide ein wertvoller Energielieferant für Hunde und Katzen.

Getreide in der Nahrung wird oft als ungesund bezeichnet, weil z.B. der Wolf als Vorfahre des Hundes auch kein Getreide gefressen hat. Es wurde jedoch nachgewiesen, dass durch genetische Veränderungen der Hund das Getreide nun besser verdauen kann als der Wolf. Das Getreide in der Tiernahrung muss jedoch so verarbeitet werden, dass die Tiere es verdauen können. Die Art und Weise, wie das Futter zubereitet wird, ist entscheidend.

Erwachsene Katzen sind nicht auf Kohlenhydrate aus Getreide angewiesen, können diese aber ebenfalls effizient als Energiequelle nutzen. In der Säugephase sind Katzen sogar auf eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten angewiesen. Die Aufnahme von Kohlenhydraten, z.B. aus Getreide, ist daher besonders in der Zeit der Milchproduktion von großem Vorteil und verhindert, dass deine Katze schnell abnimmt. Je nach Menge können pflanzliche Futtermittel bei Katzen jedoch zu einem alkalischeren Urin führen. Hier solltet du vorsichtig sein.

Mythos 2: Schlachtabfälle sind minderwertig

Wenn du dir die Inhaltsstoffe des Fertigfutters genauer ansiehst, wirst du in der Regel auf “tierische Nebenerzeugnisse” stoßen. Nach dem Futtermittelrecht umfasst der Sammelbegriff alle Teile des Schlachttieres, die nicht für die Lebensmittelproduktion verwendet werden können. Dies sind insbesondere Innereien wie Leber, Nieren, Herz, Lunge, Zunge, Euter und Kutteln, aber auch Blut, Klauen, Knochen und Haut. Im Grunde spricht nichts dagegen, solange keine Drüsen, Hörner oder bestimmte Organe wie die Milz hinzugefügt werden. Als Futter sind diese für den Hund nur schwer verdaulich. Studien zeigen jedoch auch, dass manche Innereien gut verdaulich sind. 

Mythos 3: Schlachtabfälle machen krank

Tierische Nebenerzeugnisse sind so unbedenklich wie jedes Muskelfleisch. Die Schlachttiere sind vom amtlichen Tierarzt als für den menschlichen Verzehr geeignet beurteilt worden. Nach dem Gesetzgeber dürfen nur Rohstoffe, die für Lebensmittel geeignet sind, zu Tierfutter verarbeitet werden. Kranke oder tote Tiere dürfen daher nicht verarbeitet werden.

Mythos 4: Selbstgemachtes Futter ist am besten

Wer auf Zusatzstoffe und tierische Nebenprodukte im Futter verzichten will, bereitet das Futter in der Regel selbst zu. Aber auch Hunde und Katzen brauchen eine ausgewogene Ernährung. Wenn du das Futter selbst zubereitest, musst du besonders auf die Zutaten und die Nährstoffmischung achten. Die Ernährung mit selbstgemachtem Futter kann nur dann problemlos funktionieren, wenn du dich ausreichend mit der Tierernährung beschäftigt hast. Wenn du dies nicht tun, besteht das Risiko einer Fehlernährung. Dies kann für Welpen im Wachstum sehr gefährlich sein. Selbstgemachtes Futter kann daher nur dann am besten sein, wenn es alle wichtigen Nährstoffe enthält.

Mythos 5: Rohfütterung ist unbedenklich

Hygiene und Sauberkeit sind bei der Rohfütterung unerlässlich. Bei der Zubereitung von rohem Fleisch, z.B. beim Barfen, besteht die Gefahr, dich und dein Haustier mit Parasiten und Keimen zu infizieren. Da du nie komplett ausschließen kannst, ob das rohe Fleisch gefährliche Keime enthält, solltest du dich immer an Hygieneregeln halten. 

  1. Fleisch ausreichend und durchgehend kühlen.
  2. Fleisch langsam auftauen.
  3. Aufgetautes Fleisch nicht wieder einfrieren.
  4. Alle Geräte und Gegenstände, die mit dem rohen Fleisch in Kontakt waren, gründlich mit heißem Wasser reinigen.
  5. Futternapf nach jeder Mahlzeit gründlich reinigen.
  6. Regelmäßiges Händewaschen bei der Fleischverarbeitung.

Wenn du dich an diese Hygieneregeln hälst, ist die Rohfütterung für dein gesundes Haustier unbedenklich.

Mythos 6: Trockenfutter schützt vor Zahnstein

Werbung und Marketing der Heimtierfutterindustrie behaupten oft, dass Trockenfutter gegen Zahnstein hilft. Dies ist jedoch falsch. Das Trockenfutter zerbröselt viel zu schnell oder das Tier schluckt die Kroketten ganz herunter. Das liegt daran, dass die Zähne so geformt sind, dass das Trockenfutter die unteren Teile der Zähne kaum erreichen kann. Das bedeutet, dass ein zahnreinigender Effekt mit Trockenfutter allein nicht möglich ist.

Mythos 7: Hunde brauchen nur Fleisch

Fleisch ist natürlich für den Hund besonders wichtig, da er hier wertvolle Eiweiße, Fette und verschiedene Vitalstoffe erhält. Das ist aber noch nicht alles, was er braucht. Knochen und Eier, Innereien, Gemüse, Obst und andere Kohlenhydrate müssen auch in den Futternapf. Dadurch erhält der Hund viele Vitamine, Calcium und Folsäure. Eine reine Fleischernährung würde zu Mängeln führen.

Mythos 8: Milch ist gut für Katzen 

Dieser Mythos stammt aus der klassischen Assoziation von Katzen und Milch. Katzen trinken sie tatsächlich gerne. Einige Katzen vertragen jedoch keine Milch, weil ihnen das Enzym Laktase fehlt, das für die Verarbeitung von Milchzucker (Laktose) notwendig ist. Der Körper produziert Laktase nur, wenn Milchzucker vorhanden ist. Für gesäugte Kätzchen ist dies kein Problem. Wenn die Kätzchen älter sind und langsam von ihrer Mutter entwöhnt werden, wird das Enzym nicht mehr produziert

Mythos 9: Hunde und Katzen können nicht vegan ernährt werden

Es stimmt, dass nicht alle Tiere vegan gefüttert werden können. Katzen sind echte Fleischfresser und brauchen meist tierische Bestandteile in ihrer Nahrung. Verglichen mit dem Hund ist die Katze kein Allesfresser. Sie braucht das Fleisch unbedingt, weshalb eine vegetarische oder vegane Katzenernährung nicht artgerecht ist.

Hunde sind in ihrer Ernährung flexibler und können sich vegan oder vegetarisch ernähren. Es ist wichtig, dass die Nahrung alle Nährstoffe enthält. Es ist auch möglich, bestimmte Nährstoffe durch Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen. 

Mythos 10: Einmal pro Woche einen Fastentag einlegen

Dass Hunde oder Katzen einmal pro Woche fasten sollten, ist ein hartnäckiges Gerücht. Allerdings sind Hunde und Katzen daran gewöhnt, regelmäßig zu fressen. Der Geruch oder das Öffnen der Verpackung sind alles Reize, die die Produktion von Magensäure anregen. Wenn nichts in den Magen gelangt, kann dies sogar zu Übersäuerung, Sodbrennen oder Erbrechen führen.

Auch wenn deine Katze oder dein Hund übergewichtig ist, solltest du unter keinen Umständen einmal pro Woche das Futter absetzen. Stelle entweder auf kleinere Portionen um oder wechsle das Futter. Nur wenn dein Vierbeiner Durchfall hat, sollte er 24 Stunden lang nicht gefüttert werden. Dann kann sich der Darm in dieser Zeit erholen.

Kennst du noch weitere Mythen der Hunde- oder Katzenernährung? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar.

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